Jena: Saisonstart mit Sieg und Niederlage

Von einer breiteren Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt, starteten beide Nachwuchsbasketball-Bundesligateams von Science City Jena am vergangenen Wochenende in das neue Spieljahr. Unter dem Eindruck der aktuell weiterhin angespannten Corona-Situation präsentierten sich sowohl die JBBL-Auswahl von Trainer Tino Stumpf als auch der NBBL-Kader von Coach Farsin Hamzei mit starken bis soliden Leistungen wettkampftauglich. Während die Jenaer U16-Auswahl den Freitstaat-Konkurrenten aus Gotha mit 82:72 auf die Heimreise schicken konnte, blieb das personell gehandicapten Team der U19 gegen NBBL-Titelanwärter ALBA Berlin beim 80:111 lediglich die Rolle des zweiten Siegers.

Ungeachtet der eher suboptimalen Begleitumstände, aufgrund einer fehlenden Saisonvorbereitung und folglich ohne die Chance auf Optimierung des Zusammenspiels ging der NBBL-Kader gegen die Hauptstädter bereits im Vorfeld nur als krasser Außenseiter in die Partie. Mit den Ausfällen von Lukas Passarge (Sprunggelenk) sowie Johann Walter (Belastungssteuerung nach Quarantäne) auf den großen Positionen um zwei wichtige Leistungsträger dezimiert, ging es schlussendlich nur um die Höhe des Berliner Sieges. Dass dieser doch im Rahmen blieb, verdankten die jungen Thüringer ihrem engagierten Auftritt sowie einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. Dementsprechend fand Jenas Trainer Farsin Hamzei vorwiegend lobende Worte mit Blick auf seinen Kader, der sich trotz der Aussichtslosigkeit gegen die in Bestbesetzung anreisten Gäste stemmte und die zweite Hälfte gewann.

„Ich möchte meinen Spielern zu einer couragierten Leistung gratulieren. Wir hatten noch kein einziges gemeinsames Training vor diesem Duell und dennoch haben sich die Jungs reingehängt und nie aufgegeben“, so Farsin Hamzei. „Ich muss meinem Team ein Lob für seinen Einsatz zollen. Das Ergebnis ist in diesem Fall völlig zweitrangig. Schließlich gehört ALBA Berlin zu den Titelanwärtern der Liga. Mit Blick auf die unterschiedlichen Ausgangslagen beider Mannschaften haben sich unsere Jungs tapfer geschlagen, im Verlauf der zweiten Hälfte stabilisiert und bis zur Schlusssirene gewehrt. Pech und Glück hängen in der aktuellen Situation enger denn je zusammen. Wir müssen also das Beste daraus machen, nehmen genügend Hausaufgaben aus diesem Duell mit und wollen uns im weiteren Verlauf der Saison entwickeln. Unser Saisonziel ist mit dem Klassenerhalt klar definiert“, so Hamzei abschließend.

Unterdessen zog das JBBL-Team von Science City im kleinen Thüringen-Derby gegen Gotha verdientermaßen die Gewinnerkarte. Während die Mannschaft von Tino Stumpf den Grundstein zum verdienten Sieg unmittelbar nach dem 37:34-Halbzeitstand legen konnte, brachten die Jenaer Jungs einen kurz vor der Schlusssirene bis auf drei Punkte (37., 75:72) zusammengeschmolzenen Vorsprung über die Ziellinie.

„Wir haben ein sehr ansehnliches Derby gesehen, in dem sich unsere Jungs aufgrund ihrer Energie und des Einsatzes diesen Auftaktsieg verdient haben,“ sagte Tino Stumpf (Foto) nach dem Duell. „Unsere Mannschaft hat Gotha nicht auf die leichte Schulter genommen, die Ups und Downs im Spielverlauf gut kompensiert und kontinuierlich stark verteidigt. Das dritte Viertel war überragend und hat uns zum Auftaktsieg geebnet. Man hat allen Beteiligten die Freude und den Spaß angemerkt, endlich mal wieder unter Wettkampfbedingungen auf dem Parkett stehen zu können, auch den Gästen, die an ihrem Standort eine gute Arbeit leisten. Meine Jungs waren aber heute zu stark für die Rockets, haben viel Leidenschaft auf das Parkett gebracht und sich die ersten Pluspunkte redlich verdient,“ so Stumpf.

SCJ NBBL: A. Linartas 15 Punkte, Franz 14, Otto 13, Rohmeyer 9, B. Linartas 9, Drinkert 8, Köhler 5, Nwokedi 3, Huster 2, Hamzei 2, Deuschle, Rothammel

SCJ JBBL: Falkenthal 17 Punkte (15 Ass.), Schulz 17, Geuther 15, Schwabe 16 (16 Reb., 7 Blk.), Hofmeister 9, Röfer 4, Achard 2, Otto 2, Alexander 2, Kyriakidis, Rothämel, Schwaiger

 

PM: Science City Jena