Ludwigsburg: Zweifacher Rückstand im Viertelfinale

Für die U16- und U19-Teams sind die Gastspiele beim FC Bayern Basketball mit zwei Niederlagen zu Ende gegangen. Beide Mannschaften verloren das erste Spiel der Viertelfinal-Serie (84:63 / 67:64) und sind nun am kommenden Wochenende zum Siegen verdammt.

In der gut gefüllten Sporthalle des FC Bayern Campus (350 Zuschauer) erwischten die schwäbischen Gäste keinen guten Start: München kam gut ins Spiel und traf, im Gegensatz zu Ludwigsburg, seine Würfe (9:2, 3. Spielminute). Da sich die Jungs von Headcoach Ross Jorgusen allerdings am defensiven Ende des Parketts ins Spiel zu kämpfen vermochten und gleichzeitig etwas besser auf den Ball aufpassten, konnten sie das Geschehen ausgeglichen gestalten (10:10, 7.). Zudem funktionierte es nun auch aus der 6,75-Meter-Distanz, sodass die gelb-schwarzen Korbjäger nach zehn Minuten sogar in Front lagen (18:20, 10.).
Zum Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde die Rebound-Unterlegenheit dann deutlich: Der FC Bayern kam zu zahlreichen zweiten und dritten Wurfgelegenheiten, was vor allem an der mangelnden Konzentration lag, welche die Gäste vermissen ließen. Erst nach drei Minuten konnte Edonis Paqarada für Entlastung sorgen – dann aber gleich fünf Zähler in Serie erzielen. Die Entlastung war wichtig, konnte aber nicht überdecken, dass die Münchner von ihrer körperlichen Gangart und der Linie der Schiedsrichter profitierten. Ludwigsburg blieb, unter anderem dank eines weiteren Distanztreffers von Ruben Ritter, auf Schlagdistanz (45:36, 20.).

Mit neu justiertem Fokus in puncto Rebounding und Zug zum Korb kamen die Gäste im Anschluss an den Gang in die Kabinen verbessert zurück aufs Parkett, mussten aber dennoch weiter abreißen lassen: Die Münchner agierten konsequenter und setzten sich bis auf 14 Zähler ab (55:41, 25.). Dieser Rückstand festigte sich über mehrere Minuten, wurde jedoch allen voran durch Jacob Patrick immer wieder erfolgreich attackiert (63:50, 30.).
Doch obwohl der Sieg weiterhin möglich schien, buddelten sich die Gäste im Schlussabschnitt mehr und mehr in ein Loch: Sie kassierten nun einige Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie und gerieten auf die Verliererstraße. Die, trotz tollem Kampf, sehr deutliche 21-Punkte-Niederlage bedeutet für das Jorgusen-Team zwar den 0:1-Serienrückstand, doch noch lange nicht das Ende: Am kommenden Wochenende gilt es durch ein deutlich verbessertes Rebound-Duell den Ausgleich und damit ein drittes Spiel zu erzwingen.

Stats: Jacob Patrick 27 Punkte/7 Rebounds, Edonis Paqarada 18, Joel Naki 6, Daniel Meeh 4/8 Assists, Denis Schnakenberg 4, Ruben Ritter 3, Luis Nonfon 1, Nelson Okafor, Owen Irorere, Leonardo Krätzer und Nick Stöckle.

Anders als ihre zwei Jahre jüngeren Kollegen erwischte das Team von Headcoach David Gale einen guten Start ins Spiel: Angeführt von Quirin Emanga Noupoue, Johannes Patrick und Lukas Herzog legten die Gäste gut los, Ariel Hukporti ließ einen Statement-Block folgen – die erste Führung hatte dennoch die Münchnern inne (13:8, 5.). Die Hausherren agierten allerdings derart intensiv, dass die Foulanzeige früh in der Partie am Belastungslimit war. Ludwigsburg kam nun vermehrt an die Freiwurflinie, musste den FC Bayern aber noch weiter gewähren lassen (26:17, 10.).

Zum Start der zweiten zehn Minuten durchlebten die Gäste dann eine knapp fünf minütige Durststrecke: Erst Tyreese Blunt konnte den offensiven Bann brechen und gemeinsam mit Herzog, der aus der Distanz einnetzte, für einen kleinen Lauf sorgen, der von Andreas Wagner mit einer Auszeit beantwortet wurde (34:22, 15.). In Folge der Zusatzansprache am Seitenrand kehrten die Hausherren zur verloren gegangenen Dominanz zurück und stellten bis zum Seitenwechsel auf +18 (43:25, 20.).

Nach dem Gang in die Kabinen legten die Schwaben einen 8:0-Lauf aufs Parkett und verdeutlichten, dass sie dieses Spiel noch lange nicht aufgegeben hatten. Lukas Herzog, der zum Topscorer avancieren sollte, scorte mehrfach und sorgte dafür, dass die Ludwigsburger sich zurück ins Spiel arbeiteten. Spätestens nachdem sich Kilian Binapfl, Münchens bester Verteidiger, verletzte und Bruno Vrcic, Münchens Topscorer, mit seinem zweiten technischen Foul, verabschieden musste, war die Hoffnung auf den Sieg zurück (51:38, 26.). Die Gale-Schützlinge ließen spätestens jetzt ihr Herz auf dem Parkett, kämpften um jeden Ballbesitz, standen defensiv gut und trafen in der Offensive immer wieder die richtigen Entscheidungen.

Unterstützt von einer lautstarken gelb-schwarzen Fan-Delegation kamen sie zum umjubelten Ausgleich (64:64, 39.) – und konnten sich dennoch nicht mit dem Auswärtssieg belohnen. In den verbleibenden sechzig Sekunden hatte München das notwendige Glück auf seiner Seite, während die schwäbischen Gäste derweil ihre Gelegenheiten ungenutzt ließen. Da auch der Buzzerbeater Herzogs auf dem Ring landete, trat das Team ohne Belohnung die Heimreise an. Im nun folgenden zweiten Spiel der Serie (05.05.2019, Tip-Off 15:00 Uhr) gilt es, den Ausgleich zu erzwingen und das vorzeitige Aus zu verhindern.

Stats: Lukas Herzog 24 Punkte, Ariel Hukporti 11/7 Rebounds, Johannes Patrick 10, George-Cristian Cotoara 5, Philipp Kunzi 4, Aeneas Jung 4, Quirin Emanga Noupoue 4, Tyreese Blunt 2, Nico Santana Mojica und Michail Margaritis.

 

Bildunterschrift: Auch seine Punkte konnten die Niederlage nicht verhindern: Lukas Herzog schulterte seine Farben, markierte 24 Zähler und griff sich 6 Rebounds – doch all das reichte am Ende nicht zum Sieg.
Foto: Gerd Käser

 

PM: MHP RIESEN Ludwigsburg